Auf dem Urban.Trail durch Oberhausen

Auf dem Urban.Trail durch Oberhausen

21.07.2026 von Deborah

Wer bei Oberhausen zuerst an das Westfield Centro, den Gasometer oder Topgolf denkt, liegt zwar richtig – sieht aber nur einen Teil der Stadt. Der Urban.Trail zeigt, dass sich hinter all dem Offensichtlichen eine überraschend abwechslungsreiche Route verbirgt. Wer Lust hat, die Stadt mit anderen Augen zu sehen und neue Perspektiven zu entdecken, sollte sich diesen Trail nicht entgehen lassen.

Was ist der Urban.Trail?

Der Urban.Trail ist ein rund elf Kilometer langer „Wanderweg“, der Stadtleben, Natur und Entertainment miteinander verbindet. Statt klassischer Wanderwege führt der Weg direkt durch urbane Räume und zeigt Oberhausen aus einer völlig neuen Perspektive. Die Route eignet sich sowohl für Einheimische als auch für Besuchende, die die Stadt abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchten.

 

Das gelb-grüne „URBN.TRLS“ Zeichen zeigt euch den Weg.

Auf ins Urbane Abenteuer

Der offizielle Startpunkt befindet sich am Oberhausener Hauptbahnhof vor unserer Tourist Information – der Trail ist aber auch beidseitig markiert und kann ebenfalls ab der Siedlung Eisenheim gestartet werden.

Nachdem wir die Straße überquert haben, sind wir schnell im Grillopark. Wir passieren das Rathaus und laufen durchs Marienviertel bis hin zum Ebertbad. Das Viertel besticht mit seiner charmanten Architektur – seht mal genau hin. Hier schauen wir auf alte Stadtvillen und spüren förmlich, wie es hier früher ausgesehen haben muss.

Nun stellt sich bereits die erste Frage: trinken wir einen Kaffee in ZAZA’s Espressobar oder holen wir uns eine gemischte Tüte an Oli’s Büdchen?

Wir entscheiden uns heute mal fürs Büdchen.

Wir schlängeln uns weiter durch die City, vorbei an der Feuerwache, durch den Brücktorpark und hinter eher unscheinbaren Kleingartenanlagen. Unten am Fuße der Knappenhalde – unserem Monte Schlacko – kommen wir an dem Kunstwerk „Durchblick“ vorbei. Schaut mal durch und seht, was ihr alles entdecken könnt.

Nun geht es auf Haldenwanderung – 55 Meter hoch, 102 Meter Höhe über Normalnull. Was zuerst harmlos wirkt, strengt den einen oder anderen doch mehr an, aber keine Eile von Nöten – wir wollen uns entspannt die Halde hochschrauben. Keine Sorge, das ist der „anspruchsvollste“ Teil des Trails und der Weg nach oben wird uns mit einem großartigen Ausblick beschenken.

Oben angekommen, haben wir das Vergnügen, zusätzlich noch Treppen zu steigen – ein kleiner Turm, der uns über die Baumkronen und das Grün blicken lässt. Hier oben scheint der perfekte Ort, um uns das Areal der Neuen Mitte anzuschauen und die Transformation von alten Industrieanlagen hin zu einem Urban Entertainment Center vom Feinsten zu beobachten. Seht euch mal an, was ihr von hier alles entdecken könnt und wie weit man den Blick schweifen lassen kann.

Wir steigen nun die Halde wieder ein Stück hinab, nehmen die Abzweigung rechts und wandern durch Forstgebiet bis ganz nach unten.

Wer jetzt eine Pause machen möchte, der kehrt nun im In Hostel Veritas ein und genießt einen Kaffee oder ein kühles Getränk und einen Snack. Hier lässt es sich gemütlich und in cooler Atmosphäre sitzen.

Nach der Stärkung geht’s mit voller Power weiter. Nach ein paar Metern erreichen wir die HOAG-Trasse. Diese führt uns am Rande des Gleispark Frintrop durch eine friedliche und grüne Landschaft, bis wir schließlich durch den Gehölzgarten des RVR-Besucherzentrum Haus Ripshorst wandeln. Hier ergibt sich eine weitere Möglichkeit einzukehren oder zumindest ein wenig zu entspannen. Hört mal genau hin – hört ihr das? Die Stille, die Frösche oder Kröten, die Vögel? Dieser Ort ist pure Naherholung.

Werft auch gerne mal einen Blick ins Besucherzentrum. Hier könnt ihr einiges über den Emscher-Landschaftspark lernen.

Schonmal einen tanzenden Strommast gesehen?

Na, dann wird’s höchste Zeit. Der Zauberlehrling, 35 Meter hoch und zehn Tonnen schwer – kaum zu übersehen steht er seit 2013 mitten auf dem Feld. Einiges hat er bereits hinter sich, kurze Zeit nachdem er aufgestellt war, ist er umgekippt und musste neu gestellt werden. Auch eine neue Spitze hat er schon bekommen. Nun steht er munter auf dem Feld und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Wir laufen weiter. Es geht durch eine wahnsinnige Vielfalt von Bäumen und Pflanzen. Die Flora ist hier wirklich außergewöhnlich. Hier ist auch ein anderes Klima spürbar – fühlt ihr das auch?

Der älteste Artengenosse, der Mammutbaum, wartet am Ende des Pfades auf uns. Unfassbar und unvorstellbar, wie viel der schon erlebt hat. Auch hier wird wieder deutlich, dieser Trail lebt von Perspektivwechseln.

Es geht weiter vorbei am Kanal, bis wir schließlich die Marina und das Sea Life erreichen. Das Westfield Centro ist jetzt in Sichtweite. So nah kommen wir heute nicht mehr ran. Hier habt ihr auch nochmal die Möglichkeit, eine Pause zu machen oder euch treiben zu lassen. Ansonsten geht’s munter weiter.

Wir folgen dem Weg und wandern über die Tausendfüßler-Brücke. Achtet hier mal auf die Fluchtlinien – der Rhein-Herne Kanal, die Emscher und die A42 direkt parallel zueinander. Und im Hintergrund thront der Gasometer. Diese Sicht ist Ruhrgebiet pur – wann hat man sonst schonmal so einen Blick und dazu noch das Rauschen der Autobahn – einfach idyllisch.

Das Wahrzeichen der Stadt prägt die Skyline und gehört für viele Besuchende einfach zu einem Ausflug nach Oberhausen dazu. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Urban.Trail wunderbar mit einem Besuch der aktuellen Ausstellung „Mythos Wald“ verbinden. Wir waren schon dort und haben uns die Ausstellung mal näher angeschaut. Den Blogartikel von Marcel findet ihr hier.

Für weitere allgemeine Informationen geht’s hier entlang: Gasometer Oberhausen

Wenige Minuten später sind wir nun am Klärbecken. Der offizielle Weg führt über das Becken hinüber. Achtet hier auf die kleine Leiter und steigt vorsichtig hinab. Diese Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen.
Wann läuft man schließlich schonmal über ein Klärbecken?

Wir gehen weiter, ein Stück über die Straße und dann führt uns die Treppe hinauf auf den Weg, der uns straight in die OLGA führt. Hier gibt es viel Platz zum Durchatmen. Wo früher ein Zechengelände lag, ist heute ein weitläufiger Landschaftspark entstanden, der Natur und Industriekultur verbindet.
Schaut euch hier gerne ein wenig um und lasst euch treiben oder folgt weiter dem Trail und erklimmt den Aussichtsturm. Von dem Turm aus habt ihr nochmal einen spannenden Ausblick auf die Umgebung. Scharfe Augen sehen sogar die Plattform der Knappenhalde, auf der wir vorhin waren.

Zum Abschluss führt die Route durch die historische Siedlung Eisenheim. Als älteste Arbeitersiedlung des Ruhrgebiets erzählt sie von der Geschichte der Menschen, die Oberhausen und das Ruhrgebiet geprägt haben – und bildet einen stimmungsvollen Abschluss der Tour.

Wir machen uns nun wieder auf den Rückweg zum Hauptbahnhof. Das ist kinderleicht, denn von der Haltestelle Eisenheim bringt uns jede Straßenbahn wieder zurück.

Fazit

Der Urban.Trail Oberhausen beweist, dass Stadtwandern alles andere als langweilig ist. Die abwechslungsreiche Mischung aus Stadt, Natur und Wasserlandschaften macht die Route zu einem Tipp für alle, die das Ruhrgebiet neu entdecken möchten. Ob als Tagesausflug oder entspannter Spaziergang – hier erlebt man Oberhausen aus einer Perspektive, die viele Besuchende bisher noch nicht kennen.

Und wer mag, kombiniert die Tour mit einem Besuch im Gasometer, einem Abstecher ins Westfield Centro oder nutzt die Gelegenheit die zahlreichen weiteren Angebote zu nutzen. So wird aus einem „Spaziergang“ ganz einfach ein abwechslungsreicher Tagesausflug.

 

Also: Schuhe schnüren, loslaufen und Oberhausen Schritt für Schritt erleben.

Übrigens: wer mag, erkundet auch die anderen Urban.Trails im Ruhrgebiet. Weitere Infos zu den Strecken und Orten findet ihr hier.

Deborah

Über die Autorin

Deborah

Als leidenschaftliche Kaffeeliebhaberin und neugierige Entdeckerin bin ich gerne draußen unterwegs - mal auf dem Fahrrad, mal zu Fuß, aber immer mit offenen Augen für besondere Orte, Aktivitäten, gemütliche Cafés, coole Restaurants, schöne Landschaften und kleine Alltagsabenteuer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert