Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen: Was bietet die neue Attraktion in der Neuen Mitte
12.08.2026 von Marcel Sroka
Aus Oberhausen wird Erdbeerhausen: Mit der Eröffnung von Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen hat die Neue Mitte der Stadt eine Freizeitattraktion bekommen, die Erdbeeren, Handwerk, Familienunterhaltung und eine gehörige Portion Humor miteinander verbindet. Was erwartet Besucherinnen und Besucher zwischen fliegendem Erdbeer-Döner, Curryversum und Bonbon-Manufaktur?
Mitten im touristischen Herzen Oberhausens
Karls Erlebnis-Dorf liegt mitten in der Neuen Mitte, umgeben von bekannten Anziehungspunkten wie dem Gasometer, dem SEA LIFE, dem AQUApark, der Rudolf-Weber-Arena und natürlich dem Westfield Centro.
Während viele Angebote auf Shopping, Kultur oder einzelne Attraktionen ausgerichtet sind, versteht sich das Erlebnis-Dorf eher als Ort für einen entspannten Familientag. Und das auf einer Fläche, die über zehn Jahre ungenutzt war: Das Gelände des ehemaligen „Centro Parks“ wird nun wieder mit Leben gefüllt.
Der Eingang ist neben dem LEGOLAND Discovery Centre und schräg gegenüber vom modernisierten Cinestar-Kino (nun mit IMAX-Leinwand) gelegen.
Erste Eindrücke zwischen Bauernhof und Abenteuerwelt
Karls versteht sich selbst nicht als klassischer Freizeitpark. Am stärksten macht das vielleicht der kostenfreie Eintritt auf das Gelände deutlich.
Direkt hinter dem Eingang lockt bereits die erste Attraktion. Eine riesige rote Erdbeer-Rutsche windet sich spiralförmig an der Außenmauer der großen Markthalle nach unten und wird vor allem von den jüngeren Gästen sofort in Beschlag genommen.
Die Eindrücke beim Betreten der Markthalle können dann auch Erwachsene überwältigen. Bunte Farben, leckere Gerüche und freudiges Johlen und Kreischen aus Richtung der ersten Fahrgeschäfte empfangen die Besucherinnen und Besucher in diesem Gebäude, das als Ein- und Ausgang zum Park dient. Durch einen großen Shop-Bereich mit Merchandise-Artikeln und Lebensmitteln führt der Weg an einem Mini-Indoor-Freifallturm („Stabmixer“ genannt) und einer sich drehenden Tasse (hört auf den Namen „Erdbeertraum“) vorbei. Die riesige Halle bietet noch Manufakturen und ein Restaurant, tausende Porzellan-Kannen, die an den Decken angebracht sind, sind ein Hingucker.
Dann ist der Moment gekommen und der erste Schritt führt aus der Markthalle in den eigentlichen Park: Statt spektakulärer Achterbahnsilhouetten oder lauter Beschallung dominieren Holzgebäude, nostalgische Schilder, Blumenbeete und natürlich Erdbeeren in allen denkbaren Formen.
Von fliegenden Erdbeer-Dönern und Currywurstbahnen
Links vom Eingang wartet direkt eines der ungewöhnlichen und von weitem aus sichtbaren Fahrgeschäften: der Erdbeer-Döner. Die Gondeln drehen sich nicht nur um eine zentrale Achse. Wer möchte, kann durch kleine Steuerflügel an den Sitzen sogar zusätzliche Drehbewegungen auslösen. Manche nutzen die Attraktion für einen gemütlichen Rundflug mit Blick über das Gelände, andere versuchen möglichst viele Pirouetten hinzubekommen.
Wer es nicht übertrieben hat, kann im angrenzenden Imbiss dann auch einen Erdbeer-Döner probieren. Das knallrote Fladenbrot gibt es in den Varianten Kalbfleisch, Hähnchenfleisch oder vegetarisch, in der Sauce versteckt sich die fruchtige Erdbeernote.
Kann Karls auch Ruhrgebiets-Klassiker?
Besonders neugierig macht das Curryversum, das eigens für den Standort Oberhausen entwickelt wurde und den Ruhrgebiets-Klassiker Currywurst auf ungewöhnliche Weise interpretiert.
Herzstück ist die Bahn „Quatsch mit Soße“. Hier steigen die Besucherinnen und Besucher auf eine überdimensionale Currywurst. Nebenan gibt es das Nationalgericht des Ruhrpotts zu verspeisen, ebenfalls auf Wunsch mit Erdbeereinschlag.
Spätestens hier wird klar: Karls nimmt sich selbst niemals zu ernst. Genau das macht einen großen Teil des Charmes aus.
Familienachterbahn und Muskelkraft
Zu den beliebtesten Attraktionen gehört die Erdbeer-Raupenbahn. Die familienfreundliche Achterbahn führt auf rund 140 Metern unter anderem durch eine riesige Erdbeere. Schon kleinere Kinder können hier erste Achterbahn-Erfahrungen sammeln.
Ähnlich funktioniert auch Knollis Mais-Express, eine kleine Achterbahn, die durch Muskelkraft angetrieben wird. Hier treten Eltern oder Großeltern in die Pedale, während die Kinder ihre Achterbahnrunden drehen.
Toben ist im Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen ausdrücklich erwünscht
Neben diesen Fahrgelegenheiten gibt es natürlich große Spielbereiche.
Das kostenlose Indoor-Tobeland bietet jede Menge Platz zum Klettern, Rutschen und Rennen. Gerade an Regentagen dürfte dieser Bereich viele Familien anlocken.
Draußen geht es nahtlos weiter. Die riesige Kletter-Erdbeere lädt dazu ein, das Erlebnis-Dorf aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Direkt daneben erhebt sich die neun Meter hohe Kletter-Pyramide, ein gigantisches Hüpfkissen, das permanent in Bewegung ist.
Im Hüpfland springen Kinder um die Wette, während sie sich nebenan in Poggys Pumpwerk, einer kreativen Spiellandschaft aus Schiffscontainern, durch Röhren, Stege und Kletterelemente bewegen.
Erfrischung bietet an warmen Tagen der Wasserspielplatz, auf dem gepumpt, geplanscht und experimentiert werden darf.
PipiKakaLand: Eine Toilette im Mittelpunkt
Weiter geht es bei einer Attraktion, die schon im Vorfeld der Eröffnung für Schlagzeilen gesorgt hat: das PipiKakaLand.
Ja, der Name sorgt bereits für Gelächter. Und ja, der Mittelpunkt der Themenwelt ist tatsächlich eine überdimensionale Toilette. Doch genau deshalb erfreut sich die Attraktion enormer Beliebtheit.
Mutige Besucher steigen auf das riesige Klo und rutschen anschließend durch die sogenannte Abflussrutsche wieder nach unten. Daneben sorgt die große Klo-Rutsche, die klassisch auf Kartoffelsäcken genutzt wird, für lange Menschenschlangen.
Ein Tipp: Ein lustiges Fotomotiv ergibt sich durch das Karls-Klo im Vordergrund und dem Gasometer, DER Oberhausener Landmarke, im Hintergrund.
Handwerk zum Zuschauen statt nur Konsumieren
Was das Erlebnis-Dorf von vielen anderen Freizeitangeboten unterscheidet, sind die zahlreichen Manufakturen.
An den Fenstern der Bonbon-Manufaktur drücken sich Kinder und Erwachsene gleichermaßen die Nasen platt. Hier entstehen noch von Hand Bonbons und Zuckerstangen.
Wenige Meter weiter wird in der Marmeladenküche der bekannte Erdbeeraufstrich gekocht. Besonders spannend ist dabei die offene Gestaltung: Besucherinnen und Besucher können den Mitarbeitenden direkt über die Schulter schauen.
Hinzu kommen eine traditionelle Holzofen-Bäckerei mit frischem Bauernbrot sowie die neue Kerzen-Manufaktur, in der handgegossene Kerzen entstehen.
Der Duft von frischem Brot, Bonbons und Marmelade begleitet uns während eines Großteils unseres Besuchs durch das Dorf.
Westfield Centro
Europas größtes Shopping- und Entertainment-Center bietet über 250 Shops und über 13.000 freie Parkplätze.
Centro Promenade
Gäste haben die Auswahl aus 14 Restaurants mit mediterraner, asiatischer, oder auch alpenländischer Küche, dazu bei schönem Wetter Tausende Außensitzplätze.
Gasometer Oberhausen
Der Gasometer ist mehr als ein Industriedenkmal. Seit seiner Stilllegung vor über 30 Jahren hat er sich zum Wahrzeichen der Stadt Oberhausen entwickelt und darüber hinaus zum unübersehbaren Erkennungszeichen einer ganzen Region. Ende der 1920er Jahre erbaut, erinnert Europas größter Scheibengasbehälter eindrucksvoll an die Schwerindustrie, die mehr als ein Jahrhundert lang das Ruhrgebiet geprägt hat.
Zeit für eine Pause
Für eine Stärkung ist Friedas Hof-Küche, mit ihrer rustikalen Einrichtung eher an ein Landgasthaus als an klassische Freizeitpark-Gastronomie erinnernd, in der großen Markthalle der richtige Anlaufpunkt. Hier stehen Hausmannskost, frisches Brot aus der Hof-Bäckerei, Kuchen und saisonale Gerichte auf dem Programm. Empfehlen lassen sich leckere Kartoffeln mit einem Schweineschnitzel und Rotkohl.
Kleine Abenteuer abseits der Fahrgeschäfte
Frisch gestärkt geht es zurück nach draußen. Überall zwischen den größeren Attraktionen gibt es kleinere Erlebnisse zu entdecken.
In der Schatzhöhle wühlen Kinder begeistert durch Berge von Halbedelsteinen. Auf der Mini-GoKart-Bahn fahren Nachwuchs-Rennfahrer ihre ersten Rennen. Mini-Bagger ermöglichen erste Erfahrungen als Baustellenprofi, während im Ziegengehege fleißig gestreichelt und gefüttert wird.
Besonders schön ist außerdem, dass Karls auch auf Barrierefreiheit setzt. Mit dem Karussell „Rolli“ gibt es eine Attraktion, die speziell für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer konzipiert wurde und gemeinsames Erleben ermöglicht.
Unser Fazit: Ein neuer Baustein für die Neue Mitte
Nach einigen Stunden zwischen Spielplätzen, Currywurstbahn, Bonbonduft, Erdbeer-Raupenbahn und Kletter-Erdbeere bleibt vor allem ein Eindruck zurück: Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen ist kein klassischer Freizeitpark.
Vielmehr verbindet es Freizeitspaß, Handwerk, Kulinarik und Familienzeit zu einem ungewöhnlichen Gesamtpaket. Manche Attraktionen sind rasant, andere bewusst entschleunigt. Einige wirken charmant nostalgisch, andere angenehm verrückt.
Gerade Familien dürften das Konzept schätzen. Der freie Eintritt macht spontane Besuche möglich, die Vielzahl an kostenlosen Angeboten sorgt für Abwechslung und die Lage mitten in der Neuen Mitte eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, den Ausflug mit weiteren Oberhausener Attraktionen zu verbinden.
Wer also künftig vor der Frage steht: „Und was machen wir heute?“, hat in Oberhausen definitiv eine Antwort mehr zur Auswahl. Und die duftet überraschend oft nach Erdbeeren.
Über den Autor
Marcel Sroka
Geschichtenerzähler, Faktenchecker, Ideengeber. Mit Leidenschaft für Oberhausen, Kleeblatt-Fan. "Lieber auffem Gasometer im Sturmesbrausen"
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